Bei einer meiner zahlreichen Ausflüge ins Münsterländische Freilichtmuseum ist mir unter anderem diese alte Schulordnung in die Hände gefallen. Eigenartiger Weise musste ich sofort an meine eigene Schulzeit denken und wie die Dinge bei uns liefen:

 

 

S c h u l o r d n u n g

 

Alle Schüler sitzen anständig gerade, mit dem Rücken angelehnt in Reihen hintereinander.

Jedes Kind legt seine Hände geschlossen auf die Schultafel.

Die Füße werden parallel nebeneinander auf den Boden gestellt.

Sämtliche Kinder schauen dem Lehrer fest ins Auge.

Sprechen, Plaudern, Lachen, Flüstern, Hinundherrücken, heimliches Lesen,

neugieriges Umhergaffen dürfen nicht vorkommen.

Das Melden geschieht bescheiden mit dem Finger der rechten Hand. Dabei

wird der Ellbogen des rechten Armes in die linke Hand gestützt.

Beim Antworten hat sich das Kind rasch zu erheben, gerade zu stehen,

dem Lehrer fest ins Auge zu schauen und in vollständigen

Sätzen rein und laut zu sprechen.

Bücher werden auf Kommando in drei Zeiten herauf- und hinweggetan.

Auf „eins“ erfassen die Kinder das unten liegende Buch, auf „zwei“ heben sie

das Buch über die Tafel, auf „drei“ legen sie es geräuschlos auf die Schultafel

nieder und richten den Blick wieder unverwandt und fest auf den Lehrer.

Beim Austeilen von Büchern ist folgende Ordnung einzuhalten:

Der Lehrer teilt die Bücher an die Bankobersten aus. Auf „eins“ nimmt

jeder Bankoberste ein Buch und gibt die übrigen fünf schnell und leise

an den linken Nachbarn. Auf „zwei“ nimmt der zweite Schüler ein Buch und gibt

die übrigen vier schnell und leise an den linken Nachbarn, u.s.w.

 

 

 

Schulaufgaben im Wandel der Zeit:

Machen wir doch eine kleine Zeitreise und sehen uns einmal die Anforderungen früherer, gegenwärtiger und zukünftiger Schulklassen anhand einer Mathematikaufgabe etwas genauer an. Allerdings sollte dieser Exkurs nicht allzu ernst genommen werden:

1960 1970 1971
Realschule Sekundarschule Korrektur der Formulierung
(identische Neuauflage)
Ein Bauer verkauft einen Sack Kartoffeln für DM 50,--. Die Erzeugerkosten betragen DM 40,--.

Berechne den Gewinn.
Ein Bauer verkauft einen Sack Kartoffeln für DM 50,--. Die Erzeugerkosten betragen vier Fünftel des Erlöses.

Wie hoch ist der Gewinn des Bauern?
Rechenschieber nicht erlaubt.
Ein/e Bauer/in verkauft einen Sack/in Kartoffeln/innen einem/r Kunden/in für 50,--DM. Die Erzeuger/innen-Kosten betragen vier Fünftel/innen des Erlöses.

Wie hoch ist der/die Gewinn/in des/der Bauer/in?
 
1990 1990 2001
Gymnasial- und Realschule Freie Waldorff-
Schule :
Integrierte Gesamtschule
Ein(e) Agrarökonom(in) verkauft eine Menge subterraner Solanum tuberasum für eine Menge Geld (=G). G hat die Mächtigkeit 50. Für die Elemente aus G=g gilt g>x-1. Die Menge der Herstellungskosten (=H) ist um zehn Elemente weniger mächtig als die Menge G.

Zeichnen Sie ein Bild der Menge H als Teilmenge G und geben Sie die Lösungsmenge X für folgende Frage an:

Wie mächtig ist die Gewinnmenge? Keine Taschenrechner verwenden!
Male einen Sack Kartoffeln - wenn Du Lust dazu hast - und singe ein Lied dazu, wenn Dir danach ist.

 

Ein Bauer verkauft einen Sack Kartoffeln für EUR 50,--. Die Erzeugerkosten betragen EUR 40,--. Der Gewinn beträgt EUR 10,--. Unterstreiche das Wort "Kartoffeln" und diskutiere mit Deinen 15 Mitschülern aus den anderen Kulturkreisen darüber.
Waffen sind dabei nicht erlaubt.
 
2005 2015

Was einmal mehr beweist, dass Fortschritt lediglich den Fortgang des Menschen von einer Entwicklungsstufe in eine andere bedeutet. Und nicht etwa die Weiterentwicklung zum Zwecke der Verbesserung des Wissens und der Kultur!

 öffentliche Schulen (nach der Bildungs- und Rechtschreibreform)  
ein agrargenetiker fergauft ein sagg gartoffeln für 16,25 euro. die kosden betragen 18 euro.
aufgabe:

1. wie hoch ist der ferlust und wer dregt die agrarsubfentionen?
2.margiere den term gardoffeln und maile die losung im pdf-format an glassenleerer@schule.de

Sorrie, es gipt kaine agriguldurökonomen mehr! Nur noch pom frit bei mc donelds.

Mate ist apgeschaft, aber wir lernen dafur schissen und poksen!